Schulwechsel: Was muss ich tun?

Ein Schulwechsel hat viele mögliche Gründe. Was muss man dafür tun? Was gibt es zu beachten? Wir sagen dir, wann und wie du die Schule wechseln kannst!

Schulwechsel: Was muss ich tun?
Unglücklich in der Schule? Hier erfährst du, wie ein Schulwechsel möglich wird. Foto: vitranc / iStockphotos

Kann ich einfach die Schule wechseln?

In der Regel hat jede Schülerin und jeder Schüler die Möglichkeit, die Schule zu wechseln. Allerdings gibt es ein paar Sachen, die man beachten muss. Zum Beispiel, wann du genau die Schule wechseln möchtest und aus welchem Grund. Aber keine Sorge, wir erklären dir Schritt für Schritt, was wichtig ist!

Wem es in seiner aktuellen Klasse bzw. Schule richtig schlecht geht, der möchte das natürlich so schnell wie möglich ändern. Aber kann man die Schule auch mitten im Jahr wechseln? Das ist leider eher schwierig. Ein Schulwechsel findet in der Regel zum Schuljahresende statt. Aus ganz einfachen Gründen: Du musst keine Noten aus dem laufenden Schuljahr mit an die neue Schule "nehmen" und startest auch nicht mitten in bereits laufende Projekte oder Lerneinheiten.

Kann ich mitten im Jahr auf eine andere Schule gehen?

Ein Schulwechsel mitten im Schuljahr ist nur in Ausnahmefällen möglich. Diese Ausnahmen sind beispielsweise:

  • ein Umzug in eine andere Stadt
  • ein Schulwechsel aus finanziellen Gründen (weil sich deine Familie zum Beispiel eine teure Privatschule nicht mehr leisten kann) oder
  • Fälle von Mobbing, unter denen du stark leidest

Es kommt immer auf den Einzelfall an. Kurz vor den Sommerferien oder in den Ferien die Schule zu wechseln, ist eher schwer, da der Inhalt des Schuljahrs beispielsweise sehr unterschiedlich aufgebaut ist und du schlimmstenfalls mitten in Schulprojekte hinein musst, bei denen du gar nicht von Anfang an dabei warst.

Schulwechsel: Was muss ich tun? - Überfordert
Wenn dich der Schulstoff durchgängig überfordert und stresst, ist ein Schulwechsel vielleicht eine Möglichkeit Foto: LumiNola / iStockphotos

  • Du bist unzufrieden mit deinen Noten
  • Ein*e Lehrer*in geht dir auf den Nerv

Anders sieht es aus, wenn dein Problem personenbezogen ist. Das heißt: Wenn dich andere Schüler mobben oder dich ein*e Lehrer*in einfach immer wieder unfair behandelt. Frage andere Mitschüler*innen, ob sie auch das Gefühl haben, dass diese*r Lehrer*in dich auf dem Kieker hat. Wenn sie dir zustimmen und auch ein Gespräch mit der Schulleitung nichts nutzt, kann ein Schulwechsel tatsächlich der beste Ausweg sein.

Gründe und Argumente für einen Schulwechsel

Da es für alle Beteiligten mit viel Aufwand verbunden ist, wenn jemand die Schule wechselt, müssen dafür sehr gute Gründe vorliegen. Hier ein paar Beispiele:

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In Deutschland wechselt jede*r von uns mindestens einmal die Schule: von der Grundschule auf Realschule, Gymnasium oder Haupt/Mittelschule. Es gibt keine feste Regel, wie oft du wechseln darfst. Fest steht, dass du nicht einfach mal so ständig auf eine neue Schule gehen kannst. Wenn du jedoch häufiger mit deinen Eltern umziehst, dann kann es natürlich sein, dass du öfter auf eine neue Schule gehst. Entscheidend ist der Grund.

Ganz so einfach wie beim Wechsel von Grundschule zu Gymnasium/Realschule oder Hauptschule ist ein späterer Schulwechsel leider nicht. Das bedeutet: Es werden Nachfragen kommen. Zum einen von deinen Eltern – denen musst du die Sache natürlich als Erstes verkaufen, da sie, solange du minderjährig (unter 18) bist, den Schulwechsel beantragen müssen.

Und du musst den Schulwechsel der neuen Schuldirektion erklären. Ob du bei der neuen Schule überhaupt aufgenommen wirst, entscheidet nämlich deren Schulleitung. Überlege dir also vorher, ob du dich diesen Gesprächen aussetzen möchtest. Einen Anspruch auf die Aufnahme an einer bestimmten Schule besteht rein rechtlich übrigens nicht.

Diese Punkte musst du außerdem beachten:

  • Deine Eltern müssen eine schriftliche Erklärung verfassen, in der sie den Grund für den Schulwechsel genau erklären.
  • Auch deine aktuelle Schule muss ein Schreiben aufsetzen, in dem sie den Wechsel empfehlen.
  • Bei psychischen Gründen brauchst du ein Gutachten eines (Schul)-Psychologen, beim körperlichen das eines (Schul)-Arztes
  • Ihr müsst einen Antrag auf Schulwechsel ans Schulamt versenden (Vorlagen gibt's online)

Möchtest du die Schule wechseln, brauchst du eine schriftliche Erklärung für das zuständige Schulamt aus deiner Region, warum ein Schulwechsel aus deiner Sicht (und der Sicht deiner Eltern, die die Erklärung verfassen müssen) notwendig ist. So eine Erklärung kann zum Beispiel so aussehen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit beantrage ich den Wechsel meiner Tochter / meines Sohnes [dein Name und Geburtsdatum] au die Schule [Name und vollständige Adresse der neuen Schule] ab [hier entweder ein genaues Datum, Schuljahr oder „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“]. Er / Sie besuchte bisher die Schule [Name und vollständige Adresse der alten Schule]. Aufgrund von [hier muss der Grund oder die Gründe genannt werden, z.B. Umzug, psychische Probleme etc.] ist dieser Schulwechsel im besten Interesse meines Kindes und wird von allen Seiten unterstützt.

Anbei finden Sie noch folgende Unterlagen zum gewünschten Schulwechsel meines Kindes [hier die Anhänge nennen, wie psychologisches Gutachten, Empfehlung der alten und/oder Empfehlung der neuen Schule].

Mit freundlichen Grüßen

Schulwechsel Grundschule

  • Umzug der Eltern
  • Mobbing in der Schule
  • Überforderung des Kindes

Schulwechsel Realschule

Für viele Berufe brauch es kein Abitur und nur, weil es jetzt gerade nicht klappt, heißt das noch lange nicht, dass ein Abiturabschluss für alle Ewigkeiten vom Tisch ist. Genauso kann es auch andersherum sein: Fühlst du dich von den Anforderungen der Realschule unterfordert und langweilst dich oft? Auch das ist ein legitimer Grund für einen Schulwechsel – in diesem Fall auf das Gymnasium.

Ob der Wechsel vom Gymnasium auf ein anderes Gymnasium oder von der anderen Schule auf das Gymnasium stattfindet: Die Voraussetzungen sind erst einmal dieselben, wie bei einem generellen Schulwechsel. Du kannst nach Abschluss der Realschule – also nach der 10. Klasse – auf das Gymnasium wechseln, wenn:

  • Du in zwei der Fächer Deutsch, Mathe und einer Pflichtfremdsprache mindestens die Note „gut“ hast
  • Im dritten dieser Fächer mindestens ein „befriedigend“ hast
  • In allen anderen für die Versetzung wichtigen Fächern die Durchschnittsnote von mindestens 3,0 hast
  • Und in jeder Fremdsprache, die in der Klasse des Gymnasiums unterrichtet wird, mindestens die Note „befriedigend“ vorweist

Achtung beim Schulwechsel in ein anderes Bundesland