Erste Bundestagswahl: Wie geht das?

Deine erste Bundestagswahl steht an? Aufregend! 🤩 Wir haben die wichtigsten Fragen und Infos für dich zusammengetragen.

Erste Bundestagswahl: Wie geht das?
Wer darf in den Bundestag? Das bestimmst du mit deiner Stimme! Foto: mbbirdy / iStockphoto

Was ist die Bundestagswahl?

Die wichtigste Wahl in Deutschland ist die Bundestagswahl. Sie findet alle vier Jahre statt, um die Mitglieder*innen des Bundestags zu wählen. Diese Mitglieder*innen können, müssen aber nicht einer bestimmten Partei angehören. Sie werden auch „Volksvertreter*innen“ genannt, weil es ihre Aufgabe ist, die Interessen der Menschen aus Deutschland zu vertreten. Die wichtigsten Infos in Kürze:

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In Deutschland ist sehr klar geregelt, welche Personen für die Bundestagswahl wählen gehen dürfen. Es gibt drei feste Voraussetzungen, die jede*r Wähler*in erfüllen muss:

  • Die Person ist mindestens 18 Jahre alt
  • Sie gilt als deutsche*r Staatsbürger*in (und lebt nicht schon jahrelang im Ausland)
  • Sie lebt seit mindestens 3 Monaten in Deutschland

Das Praktische: Wenn diese Voraussetzungen erfüllt werden, erhält die Person ganz automatisch eine Wahlbenachrichtigung im Briefkasten des gemeldeten Wohnsitzes. Du musst dich also nicht nochmal extra irgendwo anmelden oder registrieren! Mit dieser (und eurem Personalausweis) könnt ihr zum Wahllokal in eurer näheren Umgebung und wählen. 🙌

  • Personen, die unter „Vollbetreuung“ stehen (dazu zählen bspw. Menschen mit Behinderung)
  • Personen, denen das Wahlrecht (bspw. wegen Wahlbetrug) entzogen wurde

Wie wird gewählt?

Gerade beim ersten Mal kann Wählen ganz schön spannend sein – und vielleicht auch ein bisschen nervös machen! Hier einmal der Ablauf in Kurzform, damit ihr schon mal ungefähr wisst, was euch erwartet:

In eurer Wahlbenachrichtigung steht das Wahllokal, dass sich am nächsten an eurem gemeldeten (!) Wohnsitz befindet. Dort geht ihr dann am Wahltag irgendwann hin (ihr habt dafür zwischen 8 und 18 Uhr Zeit) und meldet euch an. Je nach Andrang kann es sein, dass ihr ein bisschen warten müsst.

Ebenfalls möglich ist die Briefwahl – das ist praktisch, wenn ihr zum Beispiel am Wahltag verhindert oder im Urlaub seid. Hierbei gibt’s aber bestimmte Fristen zu beachten, die ihr einhalten müsst, damit eure Stimme zählt! Die Möglichkeit zur Briefwahl erhaltet ihr, sobald ihr eure Wahlunterlagen per Post bekommt.

Im Grunde gibt es nicht wirklich viel, was du bei der Bundestagswahl falsch machen kannst. Auf dem Wahlzettel steht noch einmal sehr genau, wie du welche Stimme vergibst und am Ende geht es um zwei Kreuze (oder Häkchen, Smileys whatever). Laut Bundeswahlgesetz muss beim Wahlzettel der Wille des*der Wählerin erkennbar sein. Das heißt im Klartext:

  • Wenn ihr erkenntlich macht, für wen die Erst- und für wen die Zweitstimme ist, ist euer Wahlzettel gültig!

Ihr könnt sogar richtig kreativ werden und kleine Bilder, Karikaturen und andere (harmlose) Dinge malen, ihr könnt euren Gedanken freien Lauf geben und ein kleines Essay darüber verfassen, warum ihr nun genau diese Person und diese Partei gewählt habt. Dadurch strapaziert ihr höchstens die Geduld der Menschen, die anstehen und warten, bis ihr fertig sei. 😂 Ihr könnt auch nur die Erst- oder Zweitstimme geben, wenn ihr das möchtet. Ihr dürft nur nicht euren Namen oder irgendwelche Daten auf den Zettel schreiben, der eure Identität deutlich macht, denn Wahlen in Deutschland müssen anonym sein!

Bundestagswahl: Was passiert nach der Bundestagswahl?
Nach der Bundestagswahl werden Stimmen gezählt und Koalitionen zwischen Parteien gebildet, um eine Regierung bilden zu können Foto: Thomas Stockhausen / iStockphoto

  • 100 Leute gehen wählen, 4 dieser Leute wählten eine Partei, sie hat also insgesamt 4 % der Stimmen, kommt damit aber nicht in den Bundestag.
  • 80 Leute gehen wählen, 4 dieser Leute wählen eine Partei, die nun relativ gesehen 5 % der Stimmen hat – sie kommt in den Bundestag

Die abgegebenen Stimmen werden nun alle gezählt – von all den Wahllokalen in allen Wahlkreisen Deutschlands. Nach einiger Zeit gibt es dann ein Ergebnis – und die Parteien müssen schauen, mit dem sie kooperieren (aka "eine Koalition bilden"), um die Mehrheit zu erlangen. Denn eine einzige Partei bräuchte über 50 % aller Stimmen, um alleine regieren zu können – sehr unwahrscheinlich, wie die letzten Bundestagswahlergebnisse zeigten. So sah es beispielsweise 2017 zur letzten Bundestagswahl aus:

2017 kam die AfD erstmals in den Bundestag und die CDU/CSU ging mit der SPD die bis heute regierende Große Koalition ein, um Deutschland regieren zu können. Welche Partei(en) den*die Kanzler*in stellt bzw. stellen, entscheidet deine Stimme mit!