Cybermobbing: 5 schlimme Fälle

Social Media und Messenger-Dienste sind eine coole Erfindung, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben oder seinen Stars zu folgen. Wenn das Internet aber missbraucht wird, um andere fertigzumachen, handelt es sich um Cybermobbing. Warum das so gefährlich ist, erklären einige besonders krasse Fälle, die tödlich endeten und durch die Medien gingen...

Cybermobbing: 5 schlimme Fälle
Cybermobbing kann jeden treffen und hat oft extreme Folgen, wie diese Beispiele zeigen Foto: istockphoto

Was ist Cybermobbing?

"Unter Cyberbullying oder Cybermobbing versteht man die Beleidigung, Bedrohung, Bloßstellung oder Belästigung von Personen mithilfe von Kommunikationsmedien, beispielsweise über Smartphones, E-Mails, Websites, Foren, Chats und Communities." (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

Viele Cyberbullies sehen ihr Verhalten als großen Scherz und wissen gar nicht, was sie anderen Menschen damit antun. Vermutlich haben die wenigsten die Absicht, ihren Opern so schwer zu Schaden, dass sie Depressionen bekommen und vielleicht sogar Suizid begehen. Doch genau das ist durch Cybermobbing schon zu häufig passiert. Denn während manche diese Beleidigungen und Beschimpfungen oder gar Anstiftungen zum Selbstmord nicht an sich heranlassen, fangen andere an sie selbst zu glauben. Vor allem wenn das Mobbing im Internet über einen langen Zeitraum anhält und immer schlimmer wird.

Cybermobbing-Fall 1: Als "Homo" und "Looser" beschimpft 

Cybermobbing: 5 schlimme Fälle
Um zu zeigen, wie ernst das Thema Cybermobbing ist, wurde sogar Tims Abschiedsbrief veröffentlicht Foto: Facebook

Großbritannien, 2013: Hannah Smith († 14) war bei der Plattform Ask.fm angemeldet. Das ist eine Seite, bei der man sich anmelden und Fragen von anderen Usern oder anonymen Nutzern beantworten kann. Doch statt normale Fragen hat Hannah viele anonyme Nachrichten bekommen: "Stirb, jeder wäre glücklich darüber" oder "Tu uns einen Gefallen und bring dich bitte einfach um". Hannah ertrug diese Beschimpfungen nicht mehr und erhängte sich in ihrem Kinderzimmer. Ihre 16-jährige Schwester fand sie. Die Eltern verkauften daraufhin das Haus. Auch anderen Selbstmorden von Jugendlichen konnte eine Verbindung zu Ask.fm und dem Cybermobbing in dem Netzwerk nachgewiesen werden: Josh Unsworth († 15) aus Lancashire erhängte sich im April 2013 hinter seinem Elternhaus, weil er immer wieder Beleidigungen im Internet lesen musste. Herbst 2012 brachten sich auch Ciara Pugsley († 15) und Erin Gallagher († 13) aus Irland um, beide wurden ebenfalls mit Hassnachrichten auf Ask.fm beschimpft.

Cybermobbing-Fall 3: Fotos ihrer Vergewaltigung führten in den Selbstmord

Kanada, 2012: Rehtaeh Parsons († 15) wurde von vier Jungs auf einer Party vergewaltigt. Es wurde viel Alkohol getrunken und Rehtaeh bekam nicht mehr viel mit: Während ein Junge über sie herfiel, haben die anderen Jungs auf der Party Fotos gemacht. Innerhalb von drei Tagen hatte jeder an Rehtaehs Schule und in ihrer Heimatstadt die Bilder gesehen. Das Mädchen wurde seitdem immer wieder als "Schlampe" beschimpft und bekam regelmäßig Nachrichten, in denen wildfremde Leute mit ihr Sex forderten. Die Polizei legte das Cybermobbing schnell zu den Akten, sie fanden keine Schuldigen. April 2013 nahm sich Rehtaeh das Leben. Der Fall wure anschließend neu aufgerollt, auch weil die Hacker-Gruppe Anonymous drohte, die Namen der Vergewaltiger zu veröffentlichen. Für die Jugendliche leider zu spät...

Cybermobbing-Fall 4: Der "Facebook-Mord"

Cybermobbing-Fall 5: Weil er schwul war, verlor er alle seine Freunde

USA, 2012: Kenneth Weishuhn (†14) war neu an seiner Highschool. Er hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass er schwul ist. Er hatte einen Pinterest-Account, auf dem er regelmäßig Bilder teilte, die schwule Pärchen zeigten. Auch zeigte er offen, dass er auf Justin Bieber oder Louis Tomlinson von One Direction stand. Trotzdem wurden ihm immer wieder Hass-Nachrichten geschickt. Sogar auf seinem Handy gingen immer wieder Anrufe mit Todes-Drohungen ein. Als seine Mutter ihn auf das Problem anspricht, winkt er einfach nur ab. So schlimm sei es ja nicht. Kenneth war sehr beliebt, doch als er sich als schwul outete, änderte sich das schlagartig: Seine ehemaligen Freunde haben sogar eine Anti-Schwulen-Gruppe auf Facebook gegründet. Kenneth nahm sich aufgrund des Internet-Mobbing im April 2012 das Leben.

Was kann ich gegen Cybermobbing tun?