Grogumaxxing leicht gemacht – Kritik zu „The Mandalorian and Grogu“

Grogu ist zurück – größer, süßer und merchandisiger denn je. Doch reicht das aus, um „Star Wars“ endlich wieder würdig ins Kino zu bringen? Eher nicht.

Der Mandalorian und Grogu sitzen auf einem AT-ST.
Mando und Grogu sind zurück – aber braucht es die beiden überhaupt noch? Foto: © 2026 Lucasfilm Ltd™. All Rights Reserved.
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Sieben Jahre lang mussten „Star Wars“-Fans darauf warten, dass die weit, weit entfernte Galaxis wieder auf die große Leinwand zurückkehrt. Und ausgerechnet das erste Kinoabenteuer nach all der Zeit ist… ein überlanger Disney+-Zwischenstopp mit Baby-Yoda-Content. Willkommen bei „The Mandalorian and Grogu“, einem Film, der sich gigantisch ernst nimmt, aber komplett bedeutungslos ist.

Denn egal, wie laut die Titelmusik anschwillt oder wie oft Grogu große Knopfaugen macht: Das hier ist kein großes Kino-Comeback für „Star Wars“. Es ist eher ein Serienmarathon mit IMAX-Aufpreis.

Worum geht es in „The Mandalorian and Grogu“?

Video Platzhalter
Video: TVMovie/Disney

Der Film spielt zwischen „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ und „Das Erwachen der Macht“. Das Imperium ist offiziell besiegt, aber natürlich laufen überall noch ehemalige Imperiale herum, die das alte Regime zurückhaben wollen.

Mando bekommt deshalb von einer Regierungsfigur namens Ward (Sigourney Weaver) den Auftrag, einen mysteriösen Feind aufzuspüren.Die Spur führt ihn und Grogu ausgerechnet zu Rotta the Hutt – also dem Sohn von Jabba the Hutt –, der mittlerweile als Gladiator irgendwo im Outer Rim festgehalten wird.

Der größte Feind des Films? Langeweile

Das größte Problem von „The Mandalorian and Grogu“ ist nicht, dass er schlecht aussieht oder katastrophal gespielt wäre. Das Problem ist viel simpler: Der Film fühlt sich nie wie ein Film an.

Permanent hat man das Gefühl, gerade drei oder vier Folgen einer nie veröffentlichten vierten Staffel hintereinander zu schauen. Figuren tauchen auf, verschwinden wieder, Probleme lösen sich plötzlich auf und die Story bewegt sich oft im Kreis. Irgendwann fragt man sich ernsthaft, warum man dafür überhaupt ins Kino gegangen ist.

Besonders Mando selbst leidet darunter massiv. Pedro Pascal liefert zwar wie immer genug Coolness, aber sein Charakter entwickelt sich praktisch kein Stück weiter. Er läuft durch hübsche Sets, sagt grimmige Dinge und kämpft gegen Gegner – Ende.

Ausgerechnet Grogu rettet den Film

Grogu steht neben dem Mandalorianer.
Klein, aber oho: Grogu ist zum ersten Mal mehr als ein Plot Device. Foto: © 2026 Lucasfilm Ltd™. All Rights Reserved.

Und jetzt kommt der Teil, mit dem wirklich niemand gerechnet hat: Grogu ist tatsächlich der beste Aspekt des Films.

Ja, genau der kleine grüne Marketing-Albtraum, der normalerweise aussieht wie ein wandelndes Disney-Regalprodukt. Überraschenderweise bekommt Grogu hier aber erstmals genug Raum, um sich wie ein echter Charakter anzufühlen.

Der Film nimmt das „and Grogu“ im Titel tatsächlich ernst. Es gibt mehrere Szenen, die sich komplett auf ihn konzentrieren – inklusive einer Passage, die fast schon wie ein Spielberg-Film wirkt. Verspielt, kreativ und endlich mal emotional, ohne sofort den nächsten Cameo einzubauen.

Passt das alles narrativ perfekt zusammen? Absolut nicht. Macht es trotzdem Spaß? Leider ja.

Ludwig Göransson macht plötzlich Europop für „Star Wars“

Ein weiteres Highlight ist der Soundtrack von Ludwig Göransson. Statt einfach wieder das bekannte Mandalorian-Theme endlos zu wiederholen, experimentiert er diesmal deutlich mehr herum.

Und das Ergebnis klingt stellenweise wirklich so, als hätte jemand Eurodance in die „Star Wars“-Galaxis geschmuggelt. Verrückterweise funktioniert das sogar erstaunlich gut.

Teilweise wirkt der Film dadurch fast frischer als die eigentliche Handlung selbst. Während die Story oft wie Pflichtprogramm wirkt, bringt die Musik wenigstens etwas Energie in die Sache.

Das Problem mit modernem „Star Wars“

Je länger „The Mandalorian and Grogu“ läuft, desto klarer wird: Dieser Film existiert vor allem deshalb, damit Disney dem Kinopublikum zeigen kann, dass „Star Wars“ noch existiert.

Es geht nicht darum, eine Geschichte zu erzählen, die unbedingt erzählt werden musste. Stattdessen fühlt sich alles wie ein gigantischer Testballon an. Kommen die Leute noch ins Kino, wenn Grogu auf dem Poster ist? Reicht Nostalgie inzwischen allein aus?

Genau deshalb wirkt der Film oft wie eines dieser obskuren „Star Wars“-Bücher, die irgendwo zwischen zwei Filmen spielen und hauptsächlich existieren, damit Fans noch mehr Lore bekommen.

Lohnt sich „The Mandalorian and Grogu“?

Wenn man die Serie liebt, wird man vermutlich trotzdem Spaß haben. Die Action funktioniert, Grogu ist überraschend charmant und optisch sieht das Ganze oft fantastisch aus.

Wer allerdings gehofft hat, dass „Star Wars“ mit einem echten Knall ins Kino zurückkehrt, dürfte eher enttäuscht werden. Dafür fehlt dem Film schlicht die Größe, die Wichtigkeit und vor allem die erzählerische Konsequenz.

Oder anders gesagt: Für einen Kino-Blockbuster ist „The Mandalorian and Grogu“ erstaunlich klein. Aber hey – wenigstens funktioniert das Grogumaxxing.